Häufige Fragen

Die Fragen, die uns zum NANOZ NZGS 2 am häufigsten gestellt werden – technisch beantwortet, ohne Umschweife. Fehlt Ihre Frage? Schreiben Sie an sales@nanoz.ai.

Technologie und Funktionsweise

Was ist der NANOZ NZGS 2?

Der NZGS 2 ist ein selektiver Gassensor auf Metalloxid-Basis (MOx) von NANOZ. Ansprechpartnerin ist die TSR Messtechnik AG in Schaffhausen. Auf einem Chip von 1,15 × 1,15 mm sitzen vier Sensorelemente und zwei Heizer, untergebracht in einem QFN-8-Gehäuse von 2,8 × 2,8 × 1,6 mm. Anders als übliche MOx-Sensoren erkennt er nicht nur, dass ein Gas vorhanden ist, sondern welches. Er ist die Grundlage des MoxAi V5.0 der TSR Messtechnik AG, in dem Auswerteelektronik und trainiertes Klassifikationsmodell hinzukommen.

Was macht den NZGS 2 selektiv, wenn andere MOx-Sensoren es nicht sind?

Der NZGS 2 kombiniert zwei unterschiedliche sensitive Schichten – SnO₂ für flüchtige organische Verbindungen und WO₃ für Ozon, CO und NO₂ – auf vier Sensorelementen mit einer dreieckförmigen Heizermodulation zwischen 1,8 und 2,2 V über eine Periode von 6 Sekunden. Jedes Gas erzeugt dabei ein eigenes Antwortmuster über die vier Sensoren. Eine KI-Klassifikation dieser Muster bestimmt das Gas, statt nur festzustellen, dass überhaupt ein Gas vorhanden ist.

Welche Merkmale wertet die KI aus dem Signal aus?

Aus dem Antwortverlauf jedes der vier Sensoren werden sieben Merkmale extrahiert: Dreiecksamplitude, Fläche unter der Kurve, Anstiegs- und Abfallsteilheit, Spitze-Spitze-Wert, relative Häufigkeit, Kurtosis und Schiefe. Ein Deep-Learning-Modell klassifiziert daraus die Gasart und schätzt die Konzentration. Eine Hauptkomponentenanalyse (PCA) trennt die Gas-Cluster im Merkmalsraum sichtbar voneinander.

Welche Betriebsspannungen braucht der Sensor?

Die Heizerspannung VH läuft dreieckförmig zwischen 1,8 und 2,2 V mit exakt 6 Sekunden Periodendauer, die Sensorspannung VS liegt zwischen 0,7 und 1,0 V, optimal bei 0,8 V. Die Periodendauer und der Spannungshub sind kein Richtwert: Weicht die Modulation ab, stimmen die Antwortmuster nicht mehr mit dem trainierten Modell überein und die Selektivität geht verloren.

Ist die Technologie patentgeschützt?

Ja. Grundlage ist das Patent US 2016/0238548 A1 – Heated sensitive layer gas sensor with multiple supply points for extended lifetime. Patentinhaber sind das CNRS und die Université d’Aix-Marseille; NANOZ hält eine exklusive Lizenz.

Welche technischen Daten hat der NZGS 2 im Überblick?

Die wichtigsten Kenngrössen auf einen Blick:

ParameterWert
Chipgrösse1,15 × 1,15 mm
GehäuseQFN-8, 2,8 × 2,8 × 1,6 mm
Sensitive SchichtenSnO₂ (VOC) + WO₃ (O₃, CO, NO₂)
Heizerspannung VH1,8–2,2 V, dreieckförmig, 6 s Periode
Sensorspannung VS0,7–1,0 V (optimal 0,8 V)
Leistungsaufnahmeca. 70 mW
Betriebstemperatur−10 bis +85 °C
Betriebsfeuchte15–90 % rF, nicht kondensierend
Lagertemperatur−40 bis +125 °C
Lagerfeuchte10–95 % rF, nicht kondensierend
Schutzfilterhydrophob, 0,1 µm
HeizerwiderständeRₕ₁ 111 Ω, Rₕ₂ 118 Ω
Sensorwiderstände155–550 kΩ je Element
Vorheizen24 h bei 2,3 V Heizer / 0,8 V Sensor

Nachweis und Genauigkeit

Welche Gase erkennt der NZGS 2 und ab welcher Konzentration?

Für fünf Gase nennt das Datenblatt garantierte Nachweisgrenzen; die niedrigste liegt bei 25 ppb für Aceton:

GasNachweisgrenzeSensitive Schicht
Aceton25 ppbSnO₂
Ethanol (EtOH)30 ppbSnO₂
Formaldehyd (HCHO)30 ppbSnO₂
Ethylen400 ppbSnO₂
Kohlenmonoxid (CO)900 ppbWO₃

Nachgewiesen werden darüber hinaus Wasserstoff (H₂), Ammoniak (NH₃), Methan (CH₄), Schwefelwasserstoff (H₂S), Stickstoffdioxid (NO₂), Ozon (O₃), Lachgas (N₂O), BTEX, Elektrolytdämpfe EMC, DMC, DEC. Für diese nennt das Datenblatt keine garantierten Nachweisgrenzen – Messwerte und Prüfbedingungen stellen wir projektbezogen auf Anfrage bereit.

Bestimmt unter kontrollierten Laborbedingungen: 24 h Stabilisierung, 25 °C, 45 % rF. Das Datenblatt weist darauf hin, dass es sich um typische Kennwerte handelt, die von Chip zu Chip schwanken und stark von der konkreten Anwendung abhängen.

Wie reproduzierbar misst der Sensor?

Für die im Datenblatt geführten Gase liegen Chip-zu-Chip-Kalibrierkurven vor. Das Datenblatt hält zugleich fest, dass es sich um typische Kennwerte handelt, die von Chip zu Chip schwanken und stark von der Anwendung abhängen. Für eine Alarmschwelle zählt deshalb nicht der Katalogwert, sondern die in der eigenen Gasmatrix gemessene Reproduzierbarkeit – genau dafür gibt es das Evaluation Kit.

Wie läuft die Kalibrierung ab?

In sieben Schritten:

  1. 24 Stunden Vorheizen beim ersten Einschalten.
  2. Basislinie in sauberer Referenzluft aufnehmen, mindestens 30 Minuten.
  3. Bekannte Gaskonzentrationen aufgeben, mit zertifizierten Prüfgasen.
  4. Antwort aller vier Sensoren je Konzentration aufzeichnen.
  5. Kalibrierkurve bilden: Sensorwiderstand über Gaskonzentration.
  6. Mit der PCA-Clustertrennung validieren.
  7. Je nach Einsatzumgebung alle 6 bis 12 Monate rekalibrieren.

Einsatz, Lagerung und Lebensdauer

Wie lange muss der Sensor vor dem ersten Einsatz vorheizen?

24 Stunden – und zwar bei 2,3 V Heizer- und 0,8 V Sensorspannung, also mit einer höheren Heizerspannung als im späteren Betrieb. Danach folgen mindestens 30 Minuten Basislinienstabilisierung in sauberer Referenzluft. Wird das Vorheizen abgekürzt, driftet die Basislinie und die Klassifikation wird unzuverlässig.

Wie muss der Sensor gelagert werden?

Bei −40 bis +125 °C und 10 bis 95 % relativer Feuchte, nicht kondensierend. Der NZGS 2 ist ESD-empfindlich und wird auf Tape and Reel geliefert – beim Handhaben ist ESD-Schutzausrüstung zu verwenden.

Was kann den Sensor dauerhaft schädigen?

Silikonverbindungen. Sie vergiften die SnO₂-Schicht irreversibel – der Sensor verliert dauerhaft an Empfindlichkeit und lässt sich nicht wiederherstellen. Silikonhaltige Dichtstoffe, Klebstoffe, Schmiermittel und Trennmittel gehören deshalb nicht in die Nähe des Sensors, weder im Betrieb noch bei der Montage. Ausserdem ist Kondensation zu vermeiden; die Betriebsfeuchte liegt bei 15 bis 90 % rF, nicht kondensierend.

Der Sensor reagiert nicht oder driftet – woran liegt das?

Die häufigsten Ursachen und ihre Prüfschritte:

  • Keine Reaktion auf Gas: Heizerversorgung prüfen (1,8–2,2 V) und kontrollieren, ob die 24 Stunden Vorheizen abgeschlossen sind.
  • Basislinie driftet nach oben: Feuchtewechsel oder Verschmutzung – 30 Minuten stabilisieren lassen, relative Feuchte auf 15–90 % prüfen.
  • Empfindlichkeit lässt nach: Alterung oder Vergiftung – Betriebsstunden prüfen, Silikonkontakt ausschliessen.
  • Gase werden verwechselt: Modulation prüfen – der Dreieckssweep muss exakt 1,8–2,2 V bei 6 s Periode sein.
  • Starkes Rauschen: Lötstellen des QFN-8 prüfen, VS muss zwischen 0,7 und 1,0 V liegen.

Kann ich den Sensor vor einer Integration testen?

Ja. Für die Evaluierung gibt es ein Evaluation Kit mit Auswerteelektronik und Software, mit dem sich das Antwortverhalten in der eigenen Anwendung messen lässt, bevor eine Integration geplant wird. Anfragen an sales@nanoz.ai.

Anwendungen

Warum ist die Erkennung von Elektrolytdampf für die Batteriesicherheit entscheidend?

Weil sie Vorwarnzeit schafft, bevor eine Zelle öffnet. Der Thermal Runaway einer Lithium-Ionen-Zelle verläuft in vier Stufen:

  • Stufe 1 – Elektrolyse: Wasserstoff entsteht auf Zellebene.
  • Stufe 2 – Elektrolytdampf: EMC, DMC und DEC treten aus und sind für den NZGS 2 nachweisbar.
  • Stufe 3 – erstes Venting: CO, H₂ und Elektrolytgase schiessen hoch.
  • Stufe 4 – Thermal Runaway: massive Gasfreisetzung, für ein sicheres Eingreifen zu spät.

Reine Wasserstoffsensoren schlagen typischerweise erst in Stufe 3 an. Der NZGS 2 erkennt bereits Stufe 2 – das ist der Unterschied zwischen Vorwarnung und Schadensmeldung.

Worin unterscheidet sich der NZGS 2 von einem reinen Wasserstoffsensor?

Ein Wasserstoffsensor misst eine einzige Grösse: H₂. Sensoren nach dem Wärmeleitfähigkeitsprinzip erkennen im Thermal-Runaway-Verlauf deshalb erst das Venting in Stufe 3. Der NZGS 2 wertet ein Muster über vier Sensorelemente aus und deckt damit 14 Gase ab, darunter die Elektrolytdämpfe der Stufe 2. Mit rund 70 mW ist er zudem deutlich sparsamer als beheizte Einzelgassensoren vergleichbarer Empfindlichkeit – etwa ein Zehntel.

Welche Biomarker lassen sich in der Atemluft messen?

Der NZGS 2 misst VOC-Signaturen in der Ausatemluft. In der Forschung untersuchte Zusammenhänge sind unter anderem:

  • Diabetes und Unterzuckerung: Aceton – über 1,8 ppm in diabetischer Atemluft gegenüber 0,3 bis 0,9 ppm bei Gesunden.
  • Lungenkarzinom: Hexanal, Heptanal, Octanal, Nonanal, Benzaldehyd.
  • Mammakarzinom: Alkane C3–C12, Benzolderivate, Ketone.
  • COVID-19: Octanal, Nonanal, Heptanal.
  • Zystische Fibrose: Carbonylsulfid, Dimethylsulfid, Acetoin.

Diese Angaben beschreiben den Stand der Forschung zu VOC-Biomarkern und dienen der Einordnung möglicher Anwendungen. Der NZGS 2 ist ein Sensorbauteil und kein zugelassenes Medizinprodukt; eine Diagnose ersetzt er nicht.

In welchen Branchen wird der MoxAi V5.0 eingesetzt?

In fünf Feldern:

  • Medical – Atemgasanalyse in Echtzeit, persönlicher Schutz am Arbeitsplatz.
  • Automotive, Aviation, Greentech – Thermal-Runaway-Früherkennung an E-Batterien vom Fahrzeug bis zum Container, In-Car Air Quality.
  • Industrie 5.0 – Wasserstoffsicherheit an Brennstoffzellen, Elektrolyseuren und Kesseln, Ammoniak-Leckerkennung, H₂S-Überwachung in Öl und Gas.
  • Luftqualität – innen Formaldehyd, BTEX und CO aus Baustoffen und Verbrennung, aussen NO₂, O₃ und CO; daraus lässt sich ein kombinierter Luftgüteindex berechnen.
  • Food und Agriculture – Ethylen zur Reifegradbestimmung, Verderbniserkennung über die Veränderung der VOC-Signatur, Kühlkettenüberwachung.

Unternehmen und Bezug

Wer steckt hinter NANOZ?

Die Website nanoz.ai wird von der TSR Messtechnik AG in Schaffhausen betrieben. Anschrift: Ebnatstrasse 164, CH-8207 Schaffhausen. Telefon +41 41 510 23 05, E-Mail sales@nanoz.ai.

Wie erhalte ich Datenblatt, Muster oder das Pitch Deck?

Auf Anfrage per E-Mail an sales@nanoz.ai. Das vollständige Datenblatt enthält Pinbelegung, elektrische Kenndaten, Prüfbedingungen und Kalibrierkurven. Investoren erhalten das Pitch Deck über die Investorenseite.

Frage nicht dabei?

Das vollständige Datenblatt mit Prüfbedingungen und Kalibrierkurven sowie ein Evaluation Kit stellen wir auf Anfrage bereit.

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